Erklärungsansätze für selbstverletzendes Verhalten

Homöostatischer Erklärungsansatz

  • jeder Organismus benötigt, neben emotionalen und sozialen Anregungen, sensorische Anregung
  • nur dann kann die physische & psychische Funktionsfähigkeit gewährleistet werden
  • Im Falle eines zu geringen bzw. zu hohen Reizangebotes, versucht der Organismus, dies auszugleichen, also einen homöostatischen Zustand herzustellen:

  • Bei Reizmangel: Zufügen intensiver Reize
  • Bei Reizüberflutung: Zufügen vertrauter Stimulierungen, um nicht einzuordnende Stimulierungen zurückzudrängen
  • Auch möglich: Person verliert bei Reizüberflutung Steuerungsfähigkeit und Verhaltenskontrolle, zeigt daraufhin selbstverletzendes Verhalten, welches Entladungsfunktion besitzt

Erklärungsansatz wird durch empirische Befunde sowie Alltagsbeobachtungen gestützt:

Selbstverletzendes Verhalten tritt dann häufiger auf, wenn Personen mit gB (z.B. in Schule, Heim etc.) sich selbst überlassen, bzw. inaktiv sind.

Deutung als Versuch, sich selbst zu aktivieren, eigene Passivität zu überwinden

Selbstverletzendes Verhalten tritt auch dann häufig auf, wenn Personen einer Reizvielfalt ausgesetzt sind, die nicht kontrolliert werden kann,

wenn der Person keine Bewältigungsstrategien zur Verfügung stehen

(z. B. Streit)

Kommunikationsbezogene Erklärungsansätze

These: Selbstverletzendes Verhalten hat kommunikative Funktion

  • für Menschen mit geistiger Behinderung (eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit) oftmals einzige Möglichkeit zum Ausdruck von Wünschen/ Gefühlen oder Hilflosigkeit
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