Handlungsorientierter Unterricht

Planung eines Handlungsorientierten Unterrichts

Das Planungsraster für HoU nach Meyer (2002, 327-331) setzt sich von anderen Didaktiken vor allem durch seine relativ starke Schülerorientierung ab, im Sinne einer Berücksichtigung der Schülerinteressen und ihrer Lernvoraussetzungen. Es werden hierbei sechs verschiedene Planungsschritte unterschieden.

Zu Beginn steht, wie bei anderen Planungsmustern auch, die Entscheidung über das zu bearbeitende Thema, beziehungsweise die Themenstellung, welche vom Lehrer getroffen wird. In der Vorbereitungsphase hat der Lehrer zunächst zu klären, welche Zielvorgaben gegeben sind und durch welche Aufgabenstellung diese erreicht werden können, außerdem muss er sich selbst mit dem Thema auseinandersetzen, sowie methodische und organisatorische Möglichkeiten ausloten. Ebenfalls in dieser Phase soll der Lehrer versuchen, sich in seine Schüler insofern hineinzuversetzen, dass er ihre potentiellen Interessen und Erfahrungen zu diesem Thema erfassen kann, sowie ihre Vorraussetzungen in Bezug auf mögliche Arbeitstechniken und Methoden. Er formuliert also sowohl seine Lehrziele als auch die möglichen Handlungsziele der Schüler. Diese Aufgabe verlangt dem Lehrer unter anderem eine genaue Beobachtungsgabe und Interpretation des Schülerlernverhaltens ab.

Während der Einstiegsphase soll das Thema den Schülern bekannt gemacht werden, dies kann sowohl schüler- als auch lehrerzentriert ablaufen. Jedoch sollten die Schüler bereits in dieser Phase die Möglichkeit haben, sich in irgendeiner Art und Weise handelnd mit dem Thema auseinandersetzen zu können.

Anschließend sollen Lehrer und Schüler eine Vereinbarung über das zukünftige Handlungsprodukt treffen. Dazu gehört auch die Verständigung über den Weg dorthin, das heißt die Methoden die eingesetzt werden sollen, und über die Sozialform. Dieser Schritt stellt für Meyer den Mittelpunkt des HoU dar. Als zentral betrachtet er auch die schriftliche Fixierung der verbindlich getroffenen Vereinbarungen. Probleme bei der Verständigung über das Handlungsprodukt können dann auftauchen, wenn Schülerziele, -ideen und -motive sich nicht mit offiziellen Vorgaben vereinbaren lassen oder dem Leistungsstand der Schüler nicht entsprechen, aber auch, wenn diese nicht realisierbar sind.

Während der Erarbeitungsphase organisieren die Schüler ihre Arbeit und arbeiten auf das vereinbarte Handlungsprodukt hin. Hierzu wird ein Arbeits- und Zeitplan erstellt. Außerdem werden Vereinbarungen über die Regeln während dieser Phase getroffen. Fehlt es den Schülern in dieser Phase an entsprechenden Kompetenzen, beispielsweise in methodischer Hinsicht, so muss der Lehrer versuchen, diese im Verlauf der Erarbeitungsphase bewusst aufzubauen und zu fördern. Innerhalb der Erarbeitungsphase ist es möglich, sowohl Lehrgänge für alle, als auch Beratungen für Einzelne abzuhalten. Außerdem sind Zwischenevaluationen, Kritik und Lob wünschenswert.

In der Auswertungsphase werden zum einen die erzielten Handlungsprodukte präsentiert. Meyer plädiert hier für eine vielseitige Art und Weise der Darstellung der Ergebnisse, zum Beispiel innerhalb der Klasse, der Schule, aber auch im Internet oder in Form einer Vorführung. Zum anderen jedoch soll die Arbeit der vorangegangenen Phasen kritisch reflektiert werden.

Das nachfolgende Schaubild soll die einzelnen Planungsschritte des HoU noch einmal überblicksartig verdeutlichen:

 

planung-handlungsorientierter-unterricht

Vorgehensweise bei der Planung das Handlungsorientierten Unterrichts

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